Mantrailing
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Was riecht der Hund -
Unterschied zu anderen Fährtensuchen
Zusammensetzung
des Fährtengeruchs
- Bodenfährte
(Bodenverletzung, Vegetation, Geruchsstoffe wie Blut, Sekrete, Schweiß
nach
Anschuss....inkl. bakterielle Abbauprodukte)
- eigengeruch
des Menschen/Tieres durch Geruchspartikel (Hautschuppen) und Gase inkl.
bakterielle
Abbauprodukte
- Einfluß
von Wind, Termperatur und Feuchtigkeit auf die Geruchsbildung und -erhaltung
- Altersunterschied
im Fährtenverlauf gibt die Richtung der Fährte vor
Arbeitsweise
des Schweißhundes
- Ausgebildet
(bestimmtes) verletztes oder angschossenes Wild zu verfolgen:
Schweißspur
(Blut, Gewbsreste, Pansensaft, Hautfetzen, Haare, Kot ...)
- Fährte
muß mehrere Stunden alt sein, Hund arbeitet nur Bodenfährten aus. Frischer
Eigengeruch des Wildes verweht und verleitet den Hund von der Fährte
weg.
- Wildschweiß
hat eine völlig andere Qualtität als menschliche Blutspuren;
Schweißhunde
sind nicht dazu ausgebildet im Einsatz vermisste Menschen zu suchen!!!
Sie
verlieren die Spur schnell, sobald die Blutspur endet (Notverband!),
sofern sie ihr überhaupt folgen, und zeigen keine Menschen an.
Arbeitsweise
des Fährtenhundes (FH, VGP) Tracking dog
- Ausgebildet,
einer Bodenfährte bestimmten Alters zu folgen.
Der Eigengeruch ist
ohne größere Bedeutung, da ausschließlich die Bodenverletzungen ausgearbeitet
werden.
- Fährtenhunde
kommen für Einsätze nach vermissten Menschen nicht in Frage, da sie der
Fährte nur auf gewachsenem Boden folgen können, über Asphalt nur über
kürzeste Strecken. Fährtenhunde zeigen keine Menschen an und benötigen
einen sicheren Abgang, der im Einsatz fast nie gewährleistet ist.
Vorstellungsmodell
der Arbeitsweise des Mantrailers
- der Mantrailer
nutzt zwar auch die Bodenfährte, orientiert sich aber im Wesentlichen
am Individualgeruch des Fährtenlegers.
- Geruchsdifferenzierung
anhand eines Geruchträgers ist notwendig. Der Hund verfolgt ausschließlich
die Fährte des Vermissten, auch wenn sie von vielen (frischeren) Fremdfährten
gekreuzt wird.
- Der Verlauf
der Eigengeruchsfährte kann massiv von der Bodenfährte abweichen, wenn
Partikel über weite Strecken verweht werden.
- Die Eigengeruchs-Duftwolke
hat ähnliche Eigenschaften wie Rauch, Partikel setzen sich an Hindernissen
(Bordsteinkanten, Wegeränder, Hauseingänge) ab.
Der Mantrailer arbeitet
diese Spuren aus.
- Je frischer
die Fährte, desto schwieriger die Ausarbeitung (Partikel haben sich
noch nicht gesetzt)
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Geruchsträger
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Der
Hund benötigt eine Geruchsprobe mit dem Eigengeruch des Vermissten, damit er
weiß, welche Fährte er aufsuchen und ausarbeiten soll.
Der
Hundeführer nimmt den Geruchsträger während der Suche mit (jedoch gut verpackt,
so dass der Hund nicht durch den Geruch in der Tüte irritiert wird.)
Er wird am Ansatz
benötigt (Fundstelle des Geruchsträgers und Ansatzstelle sind nicht immer identisch),
sowie um dem Hund ggf. (Hund speichert den Geruch für mehrere Stunden) nochmals
während der Suche Hilfestellung zu geben.
- mögliche
Geruchsträger mit möglichst frischem Individualgeruch: Kleidungsstücke,
Bettbezug, Zigarettenstummel, Autoschlüssel, benutztes Taschentuch,
Handschuhe, Ohrring........etc.)
- Eigengeruch
von Gegenständen, die nicht transportabel sind (Z.B. Fahrersitz des
Autos), kann auf geruchsneutrale Gegenstände übertragen werden (sterile
Mullkompresse). Dazu wird die Kompresse ca. 10 - 15 Minuten lang auf die
Oberfläche gelegt und ggf. befeuchtet.
- Um Fehlerquellen
von vorne hinein auszuschließen, sollte der Geruchsträger ausschließlich
vom Hundeführer angefasst werden; wenn dies unumgänglich ist, müssen
andere Personen im Umgang mit dem Geruchsträger geübt sein und Latexhandschuhe
tragen bzw. z.B. eine Grillzange, lange Pinzette o.ä. benutzen.
- Der Geruchsträger
darf nicht mit anderen Individualgerüchen kontaminiert sein, was z.B.
bei Jacken, die in einer Gemeinschaftsgaderobe hingen, oder bei Schmutzwäsche
aus einer Gemeinschafts -Wäschetonne der Fall ist.
- Der Geruchsträger
wird z.B. in eine Zippverschluß-Tüte verbracht, andere Personen außer
der Hundeführer, sollten genau darauf achten, dass zum Beispiel durch
das Darüberbeugen keine eigenen Geruchspartikel hineinfallen.
- Falls
der Geruchsträger durch Fremdgeruch kontaminiert wurde, (z.B. Fahrersitz
durch den Feuerwehrmann, Portemoney durch kontrollierenden Polizisten...),
wird der Hund vor dem Fährtenansatz an allen beteiligten Personen vorbeigeführt.
Der Hund kann dabei die Individualgerüche differenzieren und somit die
entsprechenden Personen von der Suche ausschließen.
Ausbildungsziele
des fertigen Mantrailers
- Ausdifferenzieren
einer bestimmten Fährte anhand eines Geruchsträgers
- Selbständiges
Auffinden des Fährtenabganges unter vielen Verleitungsfährten
- Auffinden
der frischesten Fährte des Gesuchten
- Verfolgen
der Fährte über mehrere Kilometer im unterschiedlichsten Terrain (inkl.
Stadtbereich)
- Fährtenarbeit
bei jedem Wetter (auch Starkregen und Hitze, allerdings möglichst zu
meiden, da sehr fehlerbehaftet)
- Alter
der Fährte bis zu 1 Woche
- Fährten
von Fußgängern, Joggern, Fahrradfahrern, Inlineskatern und Reitern
- Sichere
Anzeige, wenn die Fährte endet oder verloren wurde
- sichere
Anzeige am Vermissten (auch innerhalb einer Menschengruppe)
Fährten
legen und ausarbeiten
- Suche
ausschließlich in Dienstkleidung
- Tagebuch
mit Protokollen des Fährtenlegers und der Suche: Jeweils Uhrzeit, Helligkeit,
Wetter (Temperatur, Windrichtung und- stärke, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag),
Bodenfeuchtigkeit, Art des Untergrundes, Findeerfolg
- Markierung
der Fährte durch: GPS (zur späteren Kontrolle des Fährtenverlaufs im
Original und der Ausarbeitung des Hundes)
- + Kreidepulver/-spray
als Geländemarkierung
- +Karte
mit Spurverlauf und Windrichtung
- Kontrolle
des Fährtenverlaufs durch den Helfer, der bei der Suche mitgeht:
Mitlaufen
beim Fährtenleger, aus der Entfernung (Berg) beobachten, mit Fahrzeug
parallel mitfahren
- Helfer
kontrolliert bei der Suche den Fährtenverlauf und die Windrichtung und
greift ggf. korrigierend ein, während sich der Hundeführer auf den
Hund konzentriert.
- Im Einsatz
geht ausschließlich ein entsprechend trainierter Helfer mit!
Ausbildungskonzept
für den Mantrailer
Quellen:
Ausbildungsmaterial
der RHS Hessen-Mitte
Susan Bulanda: Ready! the training of the search
and rescue dog
Tweedie: On the trail
Syrotuck: Hund, Geruch und Fährte
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