Rettungshundestaffel Hessen Mitte

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2. Mantrailing-Forum und Mantrailings-Ausbildungswoche
vom 27.09. - 04.10.2003
Fotos hier

Am Samstag, dem 27.09.2003 fand in Sulzbach-Rosenberg in Bayern das eintägige Forum mit dem Thema Mantrailing statt. Der Arbeitskreis Mantrailing Deutschland konnte für diesen Tag namenhafte Referenten aus Amerika, Australien und Deutschland gewinnen. Wie sehr das Mantrailing an Interesse gewonnen hat, konnte man an dem gut besuchten Forum erkennen.

Im Anschluß an das Forum begann eine aufregende Trainingswoche für die Arbeitskreismitglieder in Haag.  Mit dabei waren der Amerikaner Brandon Smith, Deputy Sheriff in Grand Junction, der nicht nur langjährige Erfahrung in der Man Trailings Arbeit und Ausbildung hat, sondern auch mit seinem Bloodhound viele Einsätze läuft; und Creese Syred aus Australien, der den ersten Mantrailer (Boodhound) in den Blue Mountains führt und ebenfalls über langjährige Erfahrung verfügt. Sid Harty, der ebenfalls ein absoluter Spezialist auf dem Gebiet Mantrailing ist, musste leider aus gesundheitlichen Gründen das Seminar vorzeitig abbrechen.

Damit jeder der Teilnehmer die Möglichkeit hatte beide unserer Man Trailings-Spzezialisten kennenzulernen und mit ihnen zu trainieren, tauschten sie in der Hälfte der Woche ihre Gruppe. Zu Beginn gab es einige Schwierigkeiten mit der Übersetzung vom Englischen ins Deutsche und umgekehrt, aber in kurzer Zeit war auch das kein Problem mehr.

Da beide Spezialisten ja Boodhounds führen, war es auch für sie eine sehr interessante Woche, konnten sie doch viele verschiedene Rassen bei der Arbeit beobachten und feststellen, dass auch andere Rassen gute Mantrailer sind.

Wir alle arbeiteten die ganze Woche hart. Morgens um 8.00 Uhr begann das Training und mit einer kleiner Mittagspause (Lunch-Paket)  endete der Tag meist erst mit dem Abendessen um 19.30 Uhr. Zum Teil übten wir auch noch nach dem Abendessen weiter, wie Nachtrails oder wir arbeiteten eben alte Spuren ab. Zwischendurch wurde viel diskutiert und sich ausgetauscht.  Zeit zum Regenerieren gab es kaum. Jeder wollte in dieser Woche so viel wie möglich lernen, Neues ausprobieren und Wissen mit nach Hause nehmen. Von der Mantrailings-Handlungskette, über Motivationsarbeit, Umgang mit Leine, Geschirr und Geruchsartikel ("always treat your line, harness and scent-article with respect" (Greece)), Suchansatz, Verhalten des Hundes während der Trail, Lesenlernen des Hundes, Motivationstrails, frische und alte Trails, lange und kurze Trails, Trails am Tag und Trails in der Nacht, Spezialübungen für bestimmte Probleme, Line-ups, Differenzieren, Rassespezifisches Verhalten, Negativ-Trails etc. etc. etc.......alles wurde abgearbeitet und ausführlich besprochen und erklärt. Wer Fragen hatte, bekam eine Antwort, wer Probleme hatte, eine Lösung aufgezeigt.

Unter den Teilnehmern befanden sich auch zwei Hundeführer der bayrischen Polizei, die mit großem Interesse die Mantrailingsarbeit verfolgten und auch aus polizeilicher Sicht Ideen mit einwarfen. Auch sie sind in dieser Woche voll auf ihre Kosten gekommen. Im Gegenzug gaben sie eine Demonstration von der Schutzdienst-, - Fährten- und Drogenarbeit und stellten sich auch bereitwillig als Opfer zur Verfügung, Danke!  Desweiteren hatten wir auch einen Zuschauer eines Hundeführers von der Polizei aus Schweinfurt und Hundeführer des Zolls, die uns einen Tag  bei der Mantrailingsarbeit  und -ausbildung zuschauten.  Auch sie waren beieindruckt, was ein Mantrailer leisten kann.

Kurzum es war eine sehr intensive und anstrengende Woche, sowohl körperlicher (ca. 15 - 20 km pro Tag) als auch geistiger Art. Doch wir haben wahnsinnig viel gelernt und konnten jede Menge an neuem Wissen mit nach Hause nehmen und darauf kommt es an.  "Sometimes you must be cruel to be friendly" Das gilt für den Menschen wie auch für den Hund (smile) (so sagen sie in Amerika, erzählte uns Brandon)

Wir haben festgestellt, dass ein Mantrailer nicht immer  jede Spur ab- und ausarbeiten kann, dass es auch ohne weiteres vorkommen kann, dass es dem Hund nicht  möglich ist erfolgreich zu sein, da die Spur von sehr vielen Faktoren wie Thermik, Temperatur, Witterung, Geruchsartikel, Verfassung des Hundes, Ausgangslage etc. abhängig ist. ("The enemie of a Trailing-Dog is the wind" (Brandon))

Das A und O ist, dass man seinem Hund absolut vertrauen kann und den Hund lesen lernt und das braucht seine Zeit, sehr viel Training und natürlich Erfahrung.  ("Trust your dog" (Greece))

Danke an Brandon und Greese für ihr großes Engagement, für die Geduld, uns alles genau und detailiert zu erklären, für ihre Ratschläge und ihre Tips, für die Übungen, die sich ausdachten, um uns gewisse Punkte in der Mantrailingsarbeit klar zu machen und zu verdeutlichen. Ebenso danken wir den Organisatoren, Renate Götzenberger und Klaus Röper, die uns diese Trainingswoche mit Brandon und Greese ermöglicht haben und Sid wünschen wir von Herzen gute Besserung.
                                                                                                                           
(A. Schweitzer)

     Fotos hier!!